Masterarbeit "Doings & To Doings in Gaming"


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Hi! Ich heiße Ulf Dellbrügge und studiere Soziologie im Master. Momentan bereite ich mich auf meine Masterarbeit und eine Hausarbeit zu Theorie vor. 

Das hier ist der erste Post in einer Serie. Ich versuche den Prozess meiner Masterarbeit für meine Mit-Soziolog:innen nachvollziehbar darzustellen. Die Motivation dazu setzt sich aus unterschiedlichen Sachen zusammen. Da ich im Seminar "Theoretisieren: Soziologisch und methodisch betrachtet" teilnehme, hoffe ich, hiermit einen nützlichen Beitrag zu liefern. Der zweite Grund sind die Umstände der Pandemie. Es ist im Moment etwas schwieriger, sich auszutauschen. Da ich Feedback brauche und andere, die gerade etwas ausarbeiten sich vielleicht auch Austausch wünschen, kann ein solcher Blog mit Kommentaren eine Plattform dazu sein. 


Skizze zur Visualisierung möglicher theoretischer Zugänge


Worum geht es?


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Es sollte grob um digitale "Räume" innerhalb und rund um Computerspiele gehen. Dabei unterscheide ich bisher zwischen dem Design der Räume und ihrer Nutzung. Damit ihr nachvollziehen könnt, wie und warum ich zu dieser Unterscheidung kam, ein paar Erläuterungen:

Ich stelle mir digitale Räume ähnlich wie materielle Räume vor, auch wenn die Unterschiede offensichtlich recht groß sind. Das ist aus meiner Sicht notwendig, um eine erste Annäherung hinzubekommen. Spätestens durch Virtual-Reality-Spiele wie Halflife Alyx oder Augmented Reality-Spiele wie Pokemon Go verschwimmen die Grenzen auch zunehmend. 

Wenn ich über das räumliches Design und Nutzung spreche, denke ich dabei erstmal an Martina Löw und ihre Kolleg:innen (Link zu Podcaset-Beitrag des Sonderforschungsbereichs 1265 "Space Oddity #1 – Wir stellen uns vor") und das Buch "Shopping in China. Dispositive konsumistischer Subjektivation im Alltagsleben chinesischer Studierender" von Marius Meinhof. 


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Meinhof nutzt Videoaufnahmen und die Idee der Mikrodispositive, um aufzuzeigen, wie wir durch unterschiedliche städtische Konsumformen "Einstellungen" entwickeln, die bei Bourdieu vielleicht eher als ein Teil des Habitus gedacht werden würden. Ein etwas alltäglicherer Begriff könnte vielleicht Einkaufsgewohnheit sein. Aber einerseits Läden wie H&M, McDonalds, Aldi und andererseits Wochen- oder Flohmärkte haben zwar Einfluss auf unsere Gewohnheiten, aber führen nicht zu einer absoluten Gleichförmigkeit unserer Verhaltensweisen. 

Ein kleiner Zwischengedanke für die Teilnehmer:innen von "Theorisieren": Swedberg empfiehlt Pre-Studien, aber auch verwandte Studien sind ein guter Pool für Inspirationen! 

Hier kam für mich die Ausarbeitung "Kunst des Handelns" von Michel de Certeau ins Spiel, der nahelegt, dass es ganz unterschiedliche Stile gibt, alltäglich zu handeln. Ein gutes Beispiel ist in der Arbeit "Auf der Suche nach dem verlorenen Zuschauer" zu Tage gefördert worden. Wir erfahren, was wir wir vielleicht schon lange wussten, aber nicht aktiv mitdenken. Menschen schauen nicht einfach nur TV. Sie nutzen TV-Programme als familiäre Hintergrundkullisse, Begleitung zum Bügeln oder archivieren Serien akribisch auf Videotapes, um sie einfach nur zu haben. Inzwischen hat sich natürlich Einiges getan, aber kreative Nutzungen von Medien sterben dadurch nicht aus. Ein Begriff für die Entwicklung weniger offensichtliche Nutzungsstile ist Aneignung, der auch im Fachbereich Pädagogik ähnlich verwendet wird. 


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Ich gebe noch einen kurzen Überblick zu Methoden, Feldzugang und Daten. Da ich erst am Anfang der Masterarbeit stehe, ist die Lage hier allerdings sehr dünn. 

Methoden 

Ich möchte gerne mit einem Methodenmix arbeiten. Ich würde vor allem gerne teilnehmend beobachten, aber dazu müsste ich entweder Spieler:innen zusehen (Pandemie), Videoaufnahmen machen und Spieler:innen auffordern, ihre Gedanken ständig zu verbalisieren oder eine ganz andere Möglichkeit finden, an Daten zu kommen. 

Grundsätzlich orientiere ich mich an Grounded Theory (in Richtung Strauß und Charmaz) als Methode und Theorie aber möchte auch Weiterentwicklungen wie Situationsanalyse verwenden. Außerdem greife ich Grundsätze und Ideen von Ethnografie, Ethnomethodologie und Konversationsanalyse auf. Diskursanalyse ist in der Situationsanalyse mitbedacht und Dokumentarische Methode drängt sich in Gegenwart der anderen Überlegungen für mich auf. 

Es wird sich sicherlich noch zeigen, wohin die Reise geht. 

Feldzugang

Ich kann jederzeit in Live-Sessions auf twitch.tv die Interaktion zwischen Zuschauenden und Spielern beobachten und auf Aufzeichnungen der Videos und der Chatverläufe zugreifen. Eventuell wird die Transkription über die Plattform nicht so einfach wie mit heruntergeladenem Videomaterial. Zudem könnte der Autor oder die Autorin einzelne Beiträge überraschend löschen. Möglicherweise nutze ich eigene Aufzeichnungen, die ich mitschneide. Außerdem weiß ich noch nicht, inwiefern ich Autor*innen oder Zuschauer*innen zu einem Interview überreden kann.


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Daten (noch keine)

Für eine nicht abgeschlossene Hausarbeit habe ich bereits Beobachtungsprotokolle und ein oberflächliches Transkript. Außerdem gibt es bereits autoethnografische Protokolle, die vor allem für eine Prüfungsleistung für ein ethnomethodologisches Methodenseminar verwendet wurden. Alles in allem ist das Material aber noch sehr dünn und nicht sorgfältig genug archiviert worden.

Vorschau

Im nächsten Blog möchte ich meine ethnomethodologische Hausarbeit vorstellen, die das gleiche Thema behandelt, aber vor allem methodologische Überlegungen enthält. Sie kann jederzeit hier nachgelesen werden. 




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